Stefan Kröll bietet Kabarett auf höchstem Niveau

"Könixx 1806" - Unterhaltsamer Geschichtsunterricht im Trainer Zehentstadl

Stefan Kröll

Eine besondere „Geschichtsstunde" erlebten die zahlreichen Besucher am vergangenen
Samstag im Trainer Zehentstadl. Der aufstrebende Kabarettist Stefan Kröll
versetzte sein Publikum zurück in die Zeit der Bayerischen Könige und bot mit
seiner Mischung aus Fakten und Anekdoten beste Unterhaltung.

   

Bayern, so erläuterte er, war damals im Konflikt zwischen Österreich und Frankreich,
zwischen Napoleon Bonaparte und den Habsburgern. Heraus kam zunächst ein Pakt
mit Napoleon und die Gründung eines eigenen Königreiches. Dabei wurde Max I. in
der Residenz ohne Krone gekrönt. „Aber b‘stellt is!" Im Zuge der folgenden
Kriege dehnte sich das „neue" Bayerische Königsreich von Franken bis zum
Gardasee aus. Dabei stellte Kröll die berechtigte Frage: „Warum, ja warum ham
ma de Franken behalten und an Gardasee wieder hergem?"

   

Aber nicht nur Bayerns Expansion, seine Kriege und seine Niederlagen waren Thema des
Abends. Nein, auch die CSU wurde aufs Korn genommen. „Laptop und Lederhose",
wer hat's erfunden? Nicht Stoiber, Beckstein oder Huber und schon gar kein Ingolstädter
namens Horst Seehofer. „Auf Max II. geht dies zurück", so Stefan Kröll und
schafft so die Verbindung von der bayrischen Monarchie zur CSU.

Auch Themen außerhalb der Politik wurden von Stefan Kröll mit einer Vielzahl von
Seitenhieben bedacht. So mischte er, äußerst raffiniert, geschichtliche
Hintergründe, Anekdoten und Wissenswertes mit skurrilen Ausflügen zu Facebook,
zum Oktoberfest oder zu den Freiheitskämpfen der Tiroler.

Unglaublich vielseitig widmete er sich den verschiedensten Marotten bayrischer Monarchen
bis zum „wahren" bayrischen König Ludwig II. „Ab 1875 war er ein reiner
Nachtmensch, quasi der Vorgänger des Kabarettisten." Leise und ernst erinnerte
Stefan Kröll an diese ja eher tragische Figur mit musikalischer Untermalung von
Richard Wagners Lohengrin aus dem Grammophon.

   

Mit tosendem Applaus wurde der „Historiker" am Ende des Abends für seinen Geschichtsunterricht „der anderen Art" bedacht. Krölls Programm kann man sich dabei jederzeit als Bereicherung des „normalen Schulunterrichts" vorstellen. Für die vielen neuen Fans, die er an diesem Abend gewonnen hat gibt's es noch eine gute Nachricht: Im Juni 2014 ist Premiere für sein neues Programm „Minga", das dann hoffentlich auch wieder im Trainer
Zehentstadl auf die Bühne kommt.

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